Stellungnahme zur Digitalen Schule (Auszug)

Die Digitale Schule ist nicht kindergerecht

Auch  wenn sich einzelne Lehrer*innen viel Mühe gegeben haben, die Kinder zu motivieren und anzusprechen, die digitale Beschulung birgt Defizite, die auch der beste Pädagoge und die teuerste App nicht wettmachen können:

  • Es fehlt die Motivation und manchmal auch die Kontrolle durch „echte“ Lehrer.
  • Zu Hause lernen macht keinen Spaß! Es fehlen der Austausch und das Zusammensein mit den Mitschüler*innen.
  • Kinder waren nicht selten überfordert: Da, wo die Kinder erreicht wurden, wurden sie nicht selten überfordert – so lauten jedenfalls viele Berichte. Grund: Zu viele Aufgaben gleichzeitig, zuwenig Koordination zwischen den Lehrern, zuwenig Anleitung und Erklärung.
  • Zu wenig Rückmeldung: Viele Kinder und Eltern berichten, dass die Schüler wenig bis keine Rückmeldung bekamen, für die Kinder war das  enttäuschend – und demotivierend.
  • Zu frühe und zu umfassende Digitalisierung: Die negativen Auswirkungen einer zu frühen Digitalisierung sind bekannt, wir sehen die Auslieferung der Kinder an die so genannten sozialen Medien, an omnipräsente Spiel- und Konsumangebote, an die permanente Unterbrechung des Alltags durch Klingeltöne und Push-Nachrichten äußerst kritisch!
  • Jugendschutz findet im Netz in nicht statt– simpelstes Beispiel sind zahllose WhatsApp-Gruppen von unter 16jährigen.

Die Digitale Schule ist nicht elterngerecht

Wir Eltern  sind keine eierlegenden Wollmilchsäue! Wir können nicht unsere eigene Arbeit, die Kinderbetreuung, das Management der digitalen Schule und die pädagogische Begleitung des Unterrichts gleichzeitig „erledigen“.

  • Das ging zu Lasten unserer Kinder, denn wir waren nicht immer entspannt und geduldig!
  • Das ging zu Lasten unserer Gesundheit, denn für uns blieb kein Platz mehr zum Luftholen!
  • Bei vielen Familien, insbesondere bei den Müttern und bei Alleinerziehenden, hat dies zu Einkommenseinbußen, teilweise zum Jobverlust geführt.
  • Deswegen kann und darf es nicht sein, dass die digitale Beschulung nun zur Daueroption ausgebaut wird und dass dafür Milliarden an Steuerzahlergeldern verschwendet werden.
  • Zudem macht die permanente Präsenz digitaler Geräte unser Familienleben kaputt.

Das Konzept Digitale Schule ist in keinster Weise ausgereift

Fazit: Das Konzept Digitale Schule ist in keinster Weise ausgereift, es darf nicht überstürzt zur Option für die „zweite Welle“ einer Virusinfektion werden, die für Kinder nachweislich kaum gefährlich ist. Völlig unangemessen ist es, für digitale Services, Lizenzen und Geräte Steuerzahlergeld auszugeben, und gleichzeitig Lehrer bei vollen Bezügen in den Ruhestand zu schicken. Auch ist nicht nachvollziehbar, warum Lehrer sich in der Zeit des Lockdowns weigern konnten, digital zu arbeiten, weil sie keinen „Dienstcomputer“ besaßen. Jede/r Arbeitnehmer/in hat schließlich auch Privatgeräte genutzt, um irgendwie erreichbar und verfügbar zu sein. Insgesamt stand und steht das Kindeswohl bei der bisherigen Ausrichtung der Maßnahmen für den Betreuungs- und Bildungsbereich viel zu wenig im Vordergrund. Angesichts der körperlichen und psychischen Gefahren, die durch ein Übermaß an Medienkonsum drohen, und angesichts der Tatsache, dass es im Netz bislang überhaupt keinen funktionierenden Jugendschutz gibt, sind wir gegen jedes vorschnelle Vorantreiben einer Digitalisierung unserer Kinder.

Stellungnahme zur Digitalen Schule (Auszug)