Petition: Kinder haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe. Für kinder- und familiengerechte Schul- und Ganztagsangebote

gestartet Juni 2020

Kinder sind die Bevölkerungsgruppe, die am meisten unter den Covid-19-Maßnahmen leidet und die am stärksten in der Verwirklichung ihrer Rechte und Bedürfnisse eingeschränkt ist. Während (kinderlose) Erwachsene in ihren Alltag zurückkehren, die Bundesliga wieder spielt und Biergärten geöffnet haben, richten sich Schule, Betreuung und Sozialleben der Kinder einseitig nach Hygieneregeln.

Bildung und Betreuung gibt es allenfalls häppchenweise. Eltern können so nach wie vor nicht guten Gewissens arbeiten gehen. Pädagogische Ansätze werden vernachlässigt, die sozialen Bedürfnisse von Kindern und Familien negiert: Schulklassen und Kitagruppen werden ohne Rücksicht auf Freundschaften aufgeteilt, Kitareisen und Klassenfahrten gecancelt. Vorschulkinder dürfen sich nicht mehr sehen, bevor sie für immer auseinandergehen. Schulkinder werden mit Online-Aufgaben ohne Erklärungen und Rückmeldung überfrachtet, haben seit Wochen viel zu wenig Anregung und Abwechslung. Überforderte Eltern werden zu Hilfslehrern degradiert und stehen, insbesondere bei mehreren Kindern, vor unüberwindlichen Organisationsproblemen im Alltag.

Nichts ist, wie es war, und das soll noch zwei Jahre so weitergehen?

Gebt den Kindern ihren Alltag und ihre Freunde zurück! Beendet das schlecht gemachte und überhaupt nicht durchdachte Experiment digitaler Schule! Stellt bitte endlich das Kindeswohl in den Vordergrund! Bitte denkt auch an Kinder und Jugendliche über 12 Jahre! Lasst uns alle zusammen ein Programm für die Sommerferien erarbeiten, dass Kinder wegholt von den Bildschirmen und ihnen ein strukturiertes, ganzheitliches Bildungs- und Freizeitangebot bietet!

Eltern, Vereine und Träger brauchen dafür die Genehmigung, dass überschaubare Gruppen von Kindern ohne übertriebene Abstandsgebote und Hygieneregeln miteinander umgehen dürfen.

Begründung

Die bisherige „Rückkehr“ zu Schule und Kita ist Augenwischerei. In den allermeisten Fällen wird nur ein Bruchteil des „normalen“ Beschulungs- und Betreuungsangebotes realisiert. 

Grund sind die Hygienevorschriften und die Angst vieler Erzieher*innen und Lehrer*innen vor einer Ansteckungsgefahr durch Kinder. Dabei liegen seit Februar viele seriöse Hinweise aus Studien vor, dass Kinder als Überträger von SARS-CoV-2 nur eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Studien betrachten nicht die Viruslast im Rachen, sondern vollziehen Infektionsketten nach.

Fünf große medizinische Fachgesellschaften haben in einer am 19.5.2020 erschienenen Stellungnahme geraten, Schulen und Kitas wieder zu öffnen. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stünde dem nicht entgegen. Schul- und Kitaschließungen hätten wahrscheinlich nur eine geringe Effektivität auf die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2. Die Erfahrungen aus Schweden und Dänemark bestätigen dies bisher.

Digitale Schule kann das gemeinsame Lernen vor Ort nicht ersetzen! Kinder haben ein Recht auf Bildung durch qualifizierte Lehrer*innen, sie brauchen die Motivation durch echte Ansprechpartner und Bewegung, Spaß und Spiel mit Gleichaltrigen.

Alles, was das Immunsystem stärkt, ist zurzeit eingeschränkt bis verboten – dabei ist ein starkes Immunsystem nach allem, was wir bislang über das Virus wissen, der beste Schutz vor einer Erkrankung und vermutlich auch vor einer Weitergabe an andere.

Wir sollten also endlich aufhören, den Kindern, die von einer ernsthaften Erkrankung durch das Virus kaum bedroht sind, durch die Maßnahmen gesundheitlich und psychisch zu schaden.

Weitere Informationen

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