FAQ: Schutzwirkung und Risken beim Tragen von Masken – was wissen wir, was nicht und wo ist Vorsicht geboten?

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallversicherung (DGUV) für das Tragen von Masken

Für das Maskentragen im Bereich des Arbeitsschutzes gibt es Empfehlungen der der Deutschen Unfallversicherungsgesellschaft (DGUV). Solche Empfehlungen gibt es u.a., damit Arbeitsunfälle oder -erkrankungen, die zu kostspieligen Folgekosten für die Versicherungsgemeinschaft führen, vermieden werden. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, i.d.R. also volljährige Menschen, die sich nicht mehr in der Entwicklungs- und Wachstumsphase befinden, empfiehlt die Versicherungsgesellschaft maximale Tragezeiten, Erholungsphasen und Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen der DGUV für erwachsene Beschäftigte beim Tragen von Masken inkl. Alltagsmasken:

Bei mittelschwerer Arbeit unter normalen klimatischen Bedingungen sollten Masken i.d.R. nicht länger als 2 Stunden mit einer Erholungsdauer von 30 Minuten getragen werden. Die DGUV führt aus, dass mit „Erholung“ Zeit zum Atmen ohne Maske gemeint ist.

Bei leichter Arbeit könne sich die Tragezeit auf bis zu 3 Stunden verlängern.

Jeder Arbeitgeber, dessen Beschäftigte bei der Arbeit Masken tragen müssen, ist zu einer so genannten “Gefährdungsbeurteilung” in Bezug auf die Schwere der Arbeit und die Tragezeitdauer verpflichtet.

Hier ist der Link zu den Empfehlungen der DGUV.

Welche Maskenarten gibt es und welche Schutzwirkung haben diese?

Es gibt drei verschiedene Maskenarten, 1. Mund-Nasen-Bedeckungen oder so genannte Alltagsmasken, 2. medizinische Gesichtsmasken und 3. partikelfiltrierende Halbmasken (FFP1, FFP2 und FFP3).

Für die breite Bevölkerung vorgeschrieben sind derzeit die so genannten Alltagsmasken, die auch selbst genäht werden können (ein „A“ der „AHA“-Regeln).

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bezeichnet Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) in seiner Zusammenfassung über Nutzen und Wirken diverser Maskentypen die als „modisches Gesichtstextil“. Weiter heißt es: „Träger der beschriebenen Mund-Nasen-Bedeckungen können sich nicht darauf verlassen, dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde.“

Zitate BfArM: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Dienen Masken dem Fremdschutz oder dem Eigenschutz?

Masken dienen vor allem dem Fremdschutz. Im OP-Saal sollen sie zum Beispiel verhindern, dass Aerosole aus der Atemluft des Arztes bzw. Krankenhauspersonals in offene Wunden geraten.

Von den o.g. drei Maskenarten dienen laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nur die partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP1, FFP2 und FFP3) dem Eigenschutz bzw. Arbeitsschutz.

Wissenschaftlich nachgewiesen wurde eine solche Schutzwirkung in Bezug auf das SARS-CoV-2-Virus jedoch bislang noch nicht.

Quelle: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html

Welche Risiken bestehen im Zusammenhang mit dem Tragen von Masken und wurden diese Risiken gegen die potenziellen Vorteile abgewogen?

In Fortbildungsmaterial zum Thema Masken des Weiterbildungsverlages Thieme hat sich Krankenhaushygienikerin Prof. Dr. med. Ines Kappstein mit dem Thema Masken und Tragepflicht auseinandergesetzt. Sie hat dafür diverse wissenschaftliche Studien und Quellen genauer untersucht und verglichen und kommt zu dem Fazit, dass „die Empfehlung für MNB im öffentlichen Raum […] 1. keine wissenschaftliche Grundlage [hat] und 2. sogar potenziell kontraproduktiv [ist].“

„Aus einer Maskenpflicht für viele Millionen Bürger in Deutschland können jeden Tag zig-millionenfache Kontaminationen resultieren, die zu einem wesentlichen Teil vermeidbar wären, weil die ohnehin schon häufigen Hand-Gesichts-Kontakte der Menschen durch die Maskenpflicht noch häufiger werden, Händewaschen unterwegs aber nur ausnahmsweise möglich ist. Dabei besteht das Risiko, dass der – schon zwangsläufig – unsachgemäße Umgang mit der Maske und die erhöhte Tendenz, sich selbst ins Gesicht zu fassen, während man die Maske trägt, tatsächlich das Risiko einer Erregerverbreitung und damit Erregerübertragung noch erhöht – ein Risiko, das man doch aber gerade durch die Maske reduzieren will. Eine Maskenpflicht vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl, und ein falsches Sicherheitsgefühl ist immer ein Sicherheitsrisiko.“

Link zum Fachartikel: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1174-6591.pdf

Masken wurden vom RKI zunächst als überflüssig betrachtet, wie kam es zu der Neubewertung?

In ihrem Fachartikel über Masken zeigt die Krankenhaushygienikerin Prof. Dr. Ines Kappstein, dass die Studie, die das RKI als Grundlage für die „Neubewertung“ der Maskenwirkungsamkeit nahm, bereits in den Jahren 2013 und 2016 durchgeführt wurde und nur in 2020 „aktuell“ publiziert wurde. In dieser Studie wurden laut Kappstein außerdem OP-Masken (MNS) und keine Alltagsmasken untersucht. Kappstein weiter: „Teilnehmer der Studie waren 246 Patienten, die mit respiratorischen Symptomen unterschiedlicher Ursache (verursacht durch Influenzaviren, Rhinoviren oder saisonalehumane Coronaviren) in eine Klinik in Hongkong kamen. (…) Untersucht wurde das Ausmaß der Freisetzung von virushaltigen respiratorischen Tröpfchen und Aerosol in der Ausatemluft“. (….)

Kappstein weiter: “Für die Untersuchung wurden die ausgeatmeten Partikel während 30 (!) Minuten gesammelt und unterteilt in die zwei Fraktionen1. >5μm (=respiratorische Tröpfchen) und2. <5μm (=Aerosol). Obwohl alle Probanden eine floride Virusinfektion der oberen Atemwege hatten (mit Konzentrationen von 107–8 Viruskopien pro Probe im Nasensekret und von ca. 104 Viruskopien pro Probe im Rachensekret), wurden jedoch ohne MNS nur bei 6 von 23 (Influenzaviren), bei 9 von 32 (Rhinoviren) bzw. bei 3 von 10 (Coronaviren) der genommenen Proben virushaltige Tröpfchennachgewiesen, während virushaltige Aerosole unter denselben Bedingungen, d.h.ohne MNS, auch nur bei 8 von 23 (Influenzaviren), bei 19 von 34 (Rhinoviren) und bei 4 von 10 (Coronaviren) der Proben nachgewiesen wurden.Dass trotz akuter Virusinfektion der oberen Atemwege und ohne MNS nur so wenige Proben überhaupt einen Virusnachweis erbrachten, ist ein bemerkenswertes Ergebnis der Studie, weil es zeigt, dass–anders als man gemeinhin annimmt – eine Person mit akuter Virusinfektion der oberen Atemwege offenbar keine „Virenschleuder“ ist bzw. sein muss. Allerdings kommt noch hinzu, dass in den Proben, in denen überhaupt Virus nachgewiesen wurde (mit und ohne MNS), die Viruskonzentration in respiratorischen Tröpfchen und in Aerosol durchweg extrem niedrig war, sodass durch den MNS lediglich die„Ausreißerwerte“ausgeglichen werden konnten”.

Kappstein weiter: “In Anbetracht der effizienten Sammeltechnik und der (langen) Sammeldauer von 30 Minuten schlossen die Autoren deshalb aus ihren Ergebnissen, dass wahrscheinlich ein längerer enger Kontakt erforderlich sei, damit es überhaupt zu einer Erregerübertragung kommen kann. Dass bei den Proben mit Maske bei denjenigen Probanden, die überhaupt Virus ausschieden, die Virusfreisetzung durch die Maske reduziert wurde, ist ein zu erwartendes Ergebnis.Jedoch stellt sich bei der Betrachtung der gesamten Studienergebnisse die Frage, welche praktische Relevanz ein MNS eigentlich haben sollen: Wenn nämlich(1) ein Großteil der infizierten Personen auch ohne MNS gar kein Virus freisetzt und wenn dann (2) noch dazu bei denjenigen mit Virusausscheidung die Viruskonzentrationen äußerst gering sind, spricht insgesamt wenig für einen Nutzen von MNS. Die Autoren stellen jedoch trotz der eigenen klaren Analyse fest, dass ihre Ergebnisse nahelegen, dass MNS (als OP-Maske wie in der Studie verwendet) von kranken Personen verwendet werden könnten. Wohlgemerkt sprechen sie aber nur von kranken, also symptomatischen Personen und keineswegs von jedem Bürger im öffentlichen Raum. Um diese Frage ging es allerdings auch in dieser Studie nicht – entgegen dem Eindruck, den man beimLesen des RKI-Beitrags gewinnen kann.“

Link zum Fachartikel: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1174-6591.pdf

Gibt es wissenschaftliche Evidenz, dass das Tragen von Masken hilft?

In diesem Meinungsbeitrag beklagt Prof. Dr. Markus Veit die fehlende wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen von Alltagsmasken, die ohne Normierung von einem  Großteil des Volkes getragen werden.

Link zum Artikel: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2020/daz-33-2020/hauptsache-maske

In diesem n-tv-Beitrag wird der schwedische Chefepidemiologe Anders Tegnell zitiert, der keinen Nutzen im Tragen von Masken erkennen kann und sich erstaunt über das Nichtvorhandensein wissenschaftlicher Studien zeigt, die sich mit den Effekt von Masken auseinandersetzen. Wörtlich sagt er: „Das Resultat, das man durch die Masken erzeugen konnte, ist erstaunlich schwach, obwohl so viele Menschen sie weltweit tragen.“ Er gibt zu bedenken, dass in vielen Ländern trotz Maske die Infektionszahlen sehr hoch gewesen seien und nennt dabei unter anderem Belgien und Spanien. Außerdem betont er, die schwedische Entscheidung, die Schulen nicht zu schließen, sei eine gute Entscheidung für die Kinder gewesen, sie habe keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen gehabt.

Ist der Nutzen von Masken in OP-Sälen eindeutig nachgewiesen?

Diverse Studien beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Nutzen von OP-Masken in OP-Sälen. Viele davon kommen zu dem Schluss, dass Masken selbst bei Operationen nicht vor Wundverunreinigungen schützen, sondern diese teilweise sogar verstärken. Wenn genormte OP-Masken allerdings nicht einmal gegen Wundverunreinigung helfen, bei der vor allem Bakterien eine Rolle spielen, stellt sich die Frage, wie ungenormte Alltagsmasken eine Virenübertragung unterbinden sollen. Hier eine kleine Auswahl der Studien und ihrer Ergebnisse:

Karolinska-Institut/Schweden: Chirurgen verwenden seit 2010 keine Masken mehr: Die Chirurgen des Karolinska-Instituts in Schweden haben den Mangel an Beweisen für die Verwendung von Masken erkannt und verlangen seit 2010 keine Masken mehr für Anästhesisten und anderes Personal im Operationssaal. „Unsere Entscheidung, keine routinemäßigen chirurgischen Masken mehr für chirurgisches Personal im Operationssaal zu verlangen, ist eine Abweichung von der üblichen Praxis. Aber die Beweise zur Unterstützung dieser Praxis existieren nicht“, schrieb Dr. Eva Sellden.

Studie zu OP-Masken im OP-Saal: Webster et al. berichteten 2010 über geburtshilfliche, gynäkologische, allgemeine, orthopädische, brust- und urologische Operationen, die an 827 Patientinnen durchgeführt wurden. Mitarbeiter trugen bei der Hälfte der Operationen Masken und bei der Hälfte der Operationen keine Maske. Infektionen an der Operationsstelle traten in 11,5% der Maskengruppe und nur in 9,0% der Gruppe ohne Maske auf.

Metastudie zu OP-Masken im OP-Saal: Lipp und Edwards überprüften 2014 die chirurgische Literatur und stellten „in keiner der Studien einen statistisch signifikanten Unterschied in der Infektionsrate zwischen der maskierten und der unmaskierten Gruppe fest“. Vincent und Edwards aktualisierten diese Übersicht 2016, und die Schlussfolgerung war die gleiche.

FAQ: Wissen über Masken