FAQ: Wie gefährlich sind Kinder für Oma und Opa?

Oma und Opa sollten nach Aussage führender Virologen mindestens ein halbes Jahr gemieden werden. Diese Empfehlung basierte auf einer fragwürdigen Berechnung von Ökonomen. Die empirische Grundlage über das tatsächliche Übertragungsgeschehen fehlte.

Vieldiskutiert wurde in Deutschland eine Studie zweier Ökonomen des Institutes für die Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, Christian Bayer und Moritz Kuhn. Sie dient in der bisherigen Debatte als wichtige Argumentationsbasis dafür, Enkelkinder von ihren Großeltern fernzuhalten. Doch zu minderjährigen Kindern im Haushalt und ob diese tatsächlich von ihren Großeltern betreut werden, enthielt die Studie gar keine Daten.

Die Studie untersucht nach eigener Aussage die Wahrscheinlichkeit, an einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, wenn mehrere Generationen unter einem Dach leben. Auf der Basis von Datensätzen zum intergenerationellen Zusammenleben in 24 Ländern wurde der Zusammenhang zwischen der Todesrate infolge der Covid-19-Pandemie und einem engen sozialen Austausch zwischen den Generationen berechnet. Ein schwacher Zusammenhang ergibt sich allerdings nur in einem Teil der Analyse und dieser hängt komplett am Extremfall Italien, wo sehr viele ältere Personen verstorben sind. Im Fazit der Studie empfehlen die Ökonomen, Kinderbetreuung durch Großeltern zu unterbinden, um so die Risikogruppen der Älteren besser zu schützen. Sie erwähnen leider nicht, dass in ihrer Studie überhaupt nicht untersucht wurde, ob die Verstorbenen Kontakt zu Enkelkindern hatten. Die untersuchten Datensätze enthielten nämlich nur den Anteil der Erwerbsbevölkerung im Alter zwischen 30 bis 49 Jahren, die mit ihren Eltern zusammenwohnen, nicht aber die Zahl der im Haushalt lebenden Kinder und Jugendlichen. Auch wurde nicht darauf verwiesen, dass Italien demographisch mit Japan zu den Ländern mit der ältesten Bevölkerung der Welt gehört.
Link zur Studie

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