FAQ: Wie gefährdet sind Kinder im Zusammenhang mit Covid-19?

Allen bisher vorliegenden Studien zufolge sind Kinder nur wenig gefährdet, an Covid-19 schwer zu erkranken, das zeigen auch alle Statistiken.

Dieser Artikel im Deutschen Ärzteblatt fasst zusammen: “Kinder erkranken seltener an COVID-19 als Erwachsene. In den größten Kohorten aus China, Italien und den USA waren nur ein bis zwei Prozent aller Patienten unter 18 Jahre alt (2, 3, 4)”. Der Fachartikel beruht auf der Auswertung diverser wissenschaftlicher Studien.

So auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene: “Im Vergleich zu Erwachsenen besteht bei Kindern und Jugendlichen (…) eine geringere Infektionshäufigkeit [1,26,62,65,76]2; – eine geringere durchschn. Erkrankungsschwere sowie (…) ein deutlich geringeres Risiko für schwerste, einschließlich tödlicher Verläufevon CoVID-19 [3,6,9,13,15,18,29,34,37,38,49,50,52,55,59,60,75,79,87].”

Das geringere Erkrankungs- und Sterberisiko für Kinder war bereits früh bekannt. Diesem Bericht einer internationalen Expertenkommission  zufolge zeigten Erhebungen in verschiedenen chinesischen Provinzen zu Anfang des Jahres, dass von allen nachweislich infizierten Kindern nur 2,4% an Covid-19 auch erkrankten.
Der Fachbericht wurde unter Leitung der WHO in Kooperation mit dem Chinese Center for Desease Control and Prevention erstellt.

Diese chinesische Studie zeigte, dass Kinder und Jugendliche (< 18 J.), die nachweislich in engem Kontakt mit Covid-19-Patienten waren, sich deutlich seltener ansteckten als Erwachsene. In einer Erhebung, in der die Verbreitung des Virus im Zusammenhang mit größeren Familienfeiern rekapituliert wurde, infizierten sich von 745 Kindern nur 10 Kinder (1,3 %).

Übersicht zu Sterbefällen / Covid-19 nach Alter in Deutschland: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1104173/umfrage/todesfaelle-aufgrund-des-coronavirus-in-deutschland-nach-geschlecht/

Es ist übrigens kein Argument, dass Kinder nur deswegen seltener an Covid-19 erkrankt sind, weil sie eingesperrt waren! Wie die oben angeführten Studien zeigen, erkrankten sie deutlich seltener im Vergleich zu Erwachsenen, auch wenn sie nachweislich infiziert waren!

Ansteckungsgefahr im Haushalt – für Kinder offenbar geringer

Bereits am 10. April berichtete der Virologe Hendrik Streeck bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Zwischenergebnisse der so genannten „Heinsberg-Studie“, dass Kinder, auch wenn sie in Haushalten mit Infizierten zusammenlebten, sich offenbar seltener infizierten, obwohl Abstand halten zu Hause doch kaum möglich ist. Leider ging dieser Aspekt in dem anschließenden öffentlichen Streit um die Interpretation der Studienergebnisse unter.

Link zum vorläufigen Endbericht der Heinsberg-Studie

Die Endergebnisse der Heinsberg-Studie, die am 4. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, bestätigten das überraschende Ergebnis der geringeren Gefahr einer sekundären Infektion im Haushalt: Während das grundlegende Risiko in der Gemeinde Gangelt, sich mit dem Virus zu infizieren, nach dem Superspreading-Event der Karnevalssitzung bei 15 % lag, betrug das Risiko einer zweiten Person im Haushalt, sich bei eine/r oder eine/m Infizierten anzustecken, 43,6 %, bei drei Personen im Haushalt betrug es 35,7 % und bei vier Personen betrug es lediglich 18,3 %.

Auch das Deutsche Ärzteblatt fasst zusammen: „Studien zur Übertragungen in Haushalten haben initial eine vergleichbare Ansteckungsrate aller Altersgruppen vermutet (6), aktuellere Daten zeigen jedoch übereinstimmend, dass sich Kinder etwa dreimal seltener als Erwachsene anstecken (7, 8, 9). (…)

Fehlanzeige: Angemessene Aufklärung über die Gefahren für Kinder durch die Hygienemaßnahmen

Die Gefahren, die für die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausgehen, sind deutlich größer als die Gefahr, am Virus schwer zu erkranken.

Auch dies betonen mittlerweile viele Fachartikel von Kinderärzten, Psychologen und medizinischen Fachgesellschaften, doch in geradezu fahrlässiger Weise wird zwischen den Gefahren für Kinder durch das Virus und Gefahren für Kinder durch die Maßnahmen (soziale Isolation, Bildungsexklusion, Bewegungsarmut und damit einhergehende körperliche Schäden wie Adipositas, psychische Belastungen, Verhaltensstörungen, dadurch wiederum Schwierigkeiten, soziale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, digitale Überforderung und Gefahr suchtmässigen Medienverhaltens) nicht abgewogen, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt.

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