FAQ: Wie gefährdet sind Kinder im Zusammenhang mit Covid-19?

Allen bisher vorliegenden Studien zufolge sind Kinder nur wenig gefährdet, an Covid-19 schwer zu erkranken. Kinder und offenbar auch Jugendliche stecken sich auch deutlich seltener an, selbst wenn sie engen Kontakt mit Infizierten bzw. Erkrankten haben. Dadurch spielen sie nur eine stark untergeordnete Rolle bei der Verbreitung des Virus. Leider wird immer wieder das Gegenteil behauptet, dies ist jedoch eine reine Unterstellung.

Dieser Studie zufolge, die auch im RKI-Steckbrief als Beleg für die geringere Ansteckungsgefahr von Kindern zitiert wird, beträgt das Risiko, sich bei einem infizierten Indexpatienten im Haushalt anzustecken, bei Kindern und Jugendlichen (0-24 J.) nur 0,3 %.

Dieser Artikel im Deutschen Ärzteblatt fasst zusammen: “Kinder erkranken seltener an COVID-19 als Erwachsene. In den größten Kohorten aus China, Italien und den USA waren nur ein bis zwei Prozent aller Patienten unter 18 Jahre alt (2, 3, 4)”. Der Fachartikel beruht auf der Auswertung diverser wissenschaftlicher Studien.

So auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene: “Im Vergleich zu Erwachsenen besteht bei Kindern und Jugendlichen (…) eine geringere Infektionshäufigkeit [1,26,62,65,76]2; – eine geringere durchschn. Erkrankungsschwere sowie (…) ein deutlich geringeres Risiko für schwerste, einschließlich tödlicher Verläufevon CoVID-19 [3,6,9,13,15,18,29,34,37,38,49,50,52,55,59,60,75,79,87].”

Das geringere Erkrankungs- und Sterberisiko für Kinder war bereits früh bekannt. Diesem Bericht einer internationalen Expertenkommission  zufolge zeigten Erhebungen in verschiedenen chinesischen Provinzen zu Anfang des Jahres, dass von allen nachweislich infizierten Kindern nur 2,4% an Covid-19 auch erkrankten.
Der Fachbericht wurde unter Leitung der WHO in Kooperation mit dem Chinese Center for Desease Control and Prevention erstellt.

Diese chinesische Studie zeigte, dass Kinder und Jugendliche (< 18 J.), die nachweislich in engem Kontakt mit Covid-19-Patienten waren, sich deutlich seltener ansteckten als Erwachsene. In einer Erhebung, in der die Verbreitung des Virus im Zusammenhang mit größeren Familienfeiern rekapituliert wurde, infizierten sich von 745 Kindern nur 10 Kinder (1,3 %).

Spanische Studie belegt erneut geringere Empfänglichkeit von Kindern für das Virus

Diese Studie zeigt, dass das intensive Zusammensein in Haushalten das Risiko von Angehörigen, an Covid-19 zu erkranken, steigert. Dies gilt jedoch vor allem für die erwachsenen Partner von Erstinfizierten. Kinder und Jugendliche (0-24 J.) hingegen sind deutlich weniger gefährdet. Nur eine einzige Person zwischen 0 und 24 Jahren (n = 273) steckte sich der Studie zufolge bei einer nachweislich infizierten bzw. erkrankten Person im Haushalt an. Das Risiko, sich bei einem infizierten Indexpatienten im Haushalt anzustecken, lag damit bei Kindern und Jugendlichen (0-24 J.) bei nur 0,3 %.

Das Risiko, sich anzustecken, steigt offenbar mit dem Alter. Die Studie bestätigt damit den Befunde vieler anderer Studien über Infektionsketten, dass Kinder keine entscheidende Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen.

Geringe Ansteckungsgefahr für Kinder im Haushalt – auch durch Studien aus Deutschland belegt

Bereits am 10. April berichtete der Virologe Hendrik Streeck bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Zwischenergebnisse der so genannten „Heinsberg-Studie“, dass Kinder, auch wenn sie in Haushalten mit Infizierten zusammenlebten, sich offenbar seltener infizierten, obwohl Abstand halten zu Hause doch kaum möglich ist. Leider ging dieser Aspekt in dem anschließenden öffentlichen Streit um die Interpretation der Studienergebnisse unter.

Link zum vorläufigen Endbericht der Heinsberg-Studie

Die Endergebnisse der Heinsberg-Studie, die am 4. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, bestätigten das überraschende Ergebnis der geringeren Gefahr einer sekundären Infektion im Haushalt: Während das grundlegende Risiko in der Gemeinde Gangelt, sich mit dem Virus zu infizieren, nach dem Superspreading-Event der Karnevalssitzung bei 15 % lag, betrug das Risiko einer zweiten Person im Haushalt, sich bei eine/r oder eine/m Infizierten anzustecken, 43,6 %, bei drei Personen im Haushalt betrug es 35,7 % und bei vier Personen betrug es lediglich 18,3 %.

Auch das Deutsche Ärzteblatt fasst zusammen: „Studien zur Übertragungen in Haushalten haben initial eine vergleichbare Ansteckungsrate aller Altersgruppen vermutet (6), aktuellere Daten zeigen jedoch übereinstimmend, dass sich Kinder etwa dreimal seltener als Erwachsene anstecken (7, 8, 9). (…)

Fehlanzeige: Angemessene Aufklärung über die Gefahren für Kinder durch die Hygienemaßnahmen

Die Gefahren, die für die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ausgehen, sind deutlich größer als die Gefahr, am Virus schwer zu erkranken.

Auch dies betonen mittlerweile viele Fachartikel von Kinderärzten, Psychologen und medizinischen Fachgesellschaften, doch in geradezu fahrlässiger Weise wird zwischen den Gefahren für Kinder durch das Virus und Gefahren für Kinder durch die Maßnahmen (soziale Isolation, Bildungsexklusion, Bewegungsarmut und damit einhergehende körperliche Schäden wie Adipositas, psychische Belastungen, Verhaltensstörungen, dadurch wiederum Schwierigkeiten, soziale Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, digitale Überforderung und Gefahr suchtmässigen Medienverhaltens) nicht abgewogen, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt.

Aktueller Artikel vom 24.11.2020 zu den wissenschaftlich absehbaren Langzeitfolgen für die Kindergesundheit: “Maßnahmen für Kinder: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie – Studien des RKI

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